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Leuchtturm-Projekt der AWO-Freiburg: „born to be CHILD“

Im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales 40 sogenannte „Leuchtturm-Projekte“ in Deutschland ausgewählt, die 2010 eine besondere Förderung erhalten.

Das Projekt „born to be CHILD“ der AWO-Freiburg wurde aus den über 800 bundesweit eingereichten Projekten hierfür ausgewählt.

Dies ist für die AWO-Freiburg auch eine Bestätigung und Auszeichnung unserer bisherigen aktiven Bemühungen und unserer konkreten Arbeit bei der Bekämpfung von Kinderarmut in Freiburg.
Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut zu stärken und die Wahrnehmung für deren Ursachen und Auswirkungen zu schärfen. Das sind Ziele des Europäischen Jahres, das die Europäische Kommission für 2010 ausgerufen hat. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird das Aktionsjahr gemeinsam mit Verbänden und Betroffenenvertretern auf nationaler Ebene umsetzen.

Das Projekt beinhaltet eine aufsuchende Familienarbeit, die bereits frühzeitig Hilfestellungen für überforderte sozial benachteiligte Familien und Alleinerziehende mit Säuglingen und Kleinkindern leistet. Betroffene Familien und Kinder sollen mit dieser präventiven Arbeit möglichst niederschwellig angesprochen werden und im Rahmen der Frühen Hilfen individuelle und bedarfsgerechte Hilfen und Unterstützung erfahren.

Zentrale Bausteine des Projektes sind:

Die Kurse und Gruppenangebote für Eltern sollen mit helfen, Erziehungs- und Bildungskompetenzen zu erweitern und damit Prävention und Frühe Hilfen zu sichern.

Das ganzheitliche Konzept sieht auch die enge Kooperation mit Kinderärzten, Therapeuten, Sozialpädiatrisches Zentrum, Sozial- und Jugendamt, Gesundheitsamt, Familienhilfe, Hebammen und Erziehungsberatungsstellen vor. Hierbei ist das vorhandene Netzwerk sehr hilfreich und bietet große Unterstützungspotentiale.

Ziele:

Zielgruppen des Projekts:

         vorrangig in den Freiburger Stadtteilen Weingarten, Haslach und Landwasser

Arm in diesem Zusammenhang bedeutet dabei nicht nur ein Mangel an materiellen Ressourcen. Arme Kinder sind zumeist in mehreren Lebensbereichen benachteiligt oder werden ausgegrenzt. Armut ist deshalb als ein mehrdimensionales Problem zu begreifen. Kinder sind nicht nur in Bezug auf die materielle Teilhabe beeinträchtigt, sondern oft auch in ihren kulturellen, sozialen und gesundheitlichen Ressourcen geschwächt. Und dies bereits in den frühen Kindesjahren.

Neuer Baustein in der Prävention von Kinderarmut

Nicht zuletzt aufgrund der von der AWO-Freiburg in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführten Kampagnen gegen Kinderarmut, hat die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik das Thema Kinderarmut als wichtiges Thema erkannt und bereits erste Beschlüsse gefasst, z.B. stärkere Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen, mehr Personal in Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund.

Auch im Bereich der frühen Hilfen gibt es erste positive Signale mit der Schaffung des „Kompetenzzentrum Frühe Hilfen“ und der stärkeren, auch institutionalisierten Zusammenarbeit des medizinischen mit dem pädagogischen Bereich.

Mit dem Projekt der aufsuchenden und niederschwelligen Arbeit für und mit armen Familien wird ein wichtiger Baustein im Bereich der Prävention entwickelt, den es bisher in dieser Form nicht gibt.

Viele Hilfe- und Unterstützungsangebote erreichen die betroffenen Familien gar nicht oder viel zu spät. Mit dem frühen Erreichen der jungen Familien und der Gewinnung zur Beteiligung an Kita-internen Angeboten, wird vor allem bei den Müttern mit Migrations­hintergrund ein neues Selbstvertrauen geschaffen. Dieses Selbstvertrauen soll dazu beitragen auch Angebote außerhalb der Kita, im Stadtteil oder darüber hinaus, wahrzu­nehmen.
Weiter soll die aufsuchende Arbeit dazu beitragen die immaterielle Armut zu überwinden, Beziehungarmut verhindern und Bildungsarmut von vorn herein minimieren.

Wichtigstes Ziel ist das frühe Erreichen der Familien und der Kinder, um so ihre Chancen auf eine nachhaltige Bildung als Basis für eine gute Zukunft zu stärken und bis zum Schuleintritt der Kinder wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben.

Mehr Informationen unter www.mit-neuem-mut.de

EU Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung